DaZ-Materialien

Wie das Ganze zu verstehen wäre…

Es sind nicht nur neue Materialien, sondern damit verbunden auch Überlegungen zum pädagogischen Herangehen. Daher sind die Didaktisierungsvorschläge nicht allein vom Material her zu verstehen, sondern die Lektüre der Reflexionen, Überlegungen… sind als  Teil der Arbeit mit dem Material gedacht. Die Materialien und Veröffentlichungen sind das Ergebnis einer Auseinandersetzung mit macht- und rassismuskritischen Fragen im Feld von DaZ, bezogen nicht nur auf die Inhalte selbst, sondern ebenso auf die Methoden und die pädagogische Konzeption. Die Auseinandersetzung mit (theoretischen) Überlegungen zu Sprache/Mehrsprachigkeit/Partizipation/Intervention etc. hat die Praxis der Didaktisierung weitgehend ‚beeinflusst‘, weshalb mir als Autorin wichtig erscheint, die oftmals auch in Fußnoten formulierten Überlegungen zu Begrifflichkeiten/Methoden, die Grundsätze und Haltungen nicht zu vernachlässigen, sondern im Gegenteil als  Teil des gesamten Projektes zu begreifen und als Anstoß zu nehmen sich selbst zu fragen, inwiefern die Beschäftigung mit Theorie, die Reflexion über Begriffe, neue Einsichten/Sichtweisen vermittelt und letztlich die Praxis (des Unterrichtens) verändert. Gleichzeitig kann/wird und soll ‚die Praxis > die Theorie‘ immer auch beflügeln. Und, was mich jetzt interessiert > spiegelt sich  die Auseinandersetzung tatsächlich im konkreten vorliegenden Material wider?

Bezüglich Fragen/Feedback/Austausch: dani.rechling@gmail.com

Und nochmal konkreter…

Mit dem Projekt mehr.sprache_dazmaterial geht es einerseits darum neue Unterrichtsmaterialien über die Blog-Veröffentlichungen zur Verfügung zu stellen, während gleichzeitig das Projekt auch die Erarbeitung neuer methodischer Herangehensweisen ans Unterrichten bezeichnet. Neue Aspekte eines pädagogischen Konzeptes, worin partizipative Zugänge propagiert werden, als Formen einer Pädagogik, die Kategorien von wissend/unwissend in Frage stellen möchte und nicht nur die Inhalte/Sprache selbst als ideologisch begreift, sondern eben auch die Methoden und die pädagogische Konzeption. Wenn beispielsweise eine konkrete Kusrgruppe für relevant bestimmt das Thema ‚bestellen, im Cafe…‘ zu berbeiten*, dann wird/kann/muss ein Dialog (als Ausgangs-, und Anknüpfungspunkt) sich nicht sehr unterscheiden von einem ‚herkömmlichen‘ (Lehrbuch-)Dialog, (weniger Bitte und Danke aber schon..;). Der Unterschied allerdings zeigt sich darin wie weiter im Unterricht (methodisch) damit umgegangen wird. Dass nämlich an das normalisierte (Lehrbuch-)Sprechen, die sich wehrende (Konflikt-)Sprache anknüpft. Dass zum Thema wird > das kontextabhängige Sprechen, die Sprache der Verteidigung, des Aufbegehrens, der Abweichung zur Norm. Methodisch so angelegt, dass solches Sprechen, solche Sprache zur Sprache kommen kann/soll. Über jedes Thema lässt sich außerdem eine politische Perspektive freilegen. So geht es neben neuen Texten/Inhalten/Textsorten um Formen der Politisierung (von auf den ersten Blick unpolitischen Themen). Jedes Thema lässt sich /politisch betrachten/politisieren. Politisieren in dem Sinn, dass die strukturellen Rahmenbedigungen  (als wirkmächtig für individuelle Handlungsmöglichkeiten) ins Blickfeld der Auseinandersetzung rücken.  Wenn zum Beispiel zum Thema gemacht/benannt wird, unter welchen Bedingungen, wer, warum eine bestimmte Arbeit macht; uter welchen (monolingualen) politisch produzierten Verhältnissen das Lernen von Deutsch so ‚wichtig‘ wird. Im Unterricht sollten und werden strukturelle Rahmenbedingungen in den Blick genommen, der Fokus auf den strukturellen Kontext gelegt, auf die Prozesse der Normalisierung und Interventionsstrategien.

Die meisten, aber  nicht alle Materialien/Didaktisierungen sind unterrichts-erprobt, weil/wenn etwa im Nachhinein einzelne Punkte/Schritte/Überlegungen hinzugefügt wurden. Überhaupt sind die Didaktisierungen als (Didaktisierungs-)Vorschläge zu verstehen, in dem Sinn un-fertig, zu adaptieren – weiter zu  denken, auszubauen, auf konkrete, spezifische Bedarfe/Interessen um-zu-schreiben. Erfahrungen/Erkenntnisse aus der Praxis (Erprobung) wurden eingearbeitet.

* Zum Punkt der Themen-Ausverhandlung > siehe Kursanfänge_Themen_Ausverhandlungen_Didaktisierungsvorschläge_ab a1

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